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Buchrezension: Creekers (Edward Lee)

Und ein weiteres Exemplar der Lee-Reihe ist mir in die Hände gefallen! Creekers. Und um das Vorweg zu nehmen – ich fand diese Story eindeutig harmloser als die Bücher, die ich schon gelesen habe. Besonders im Vergleich zu Bighead.

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Inhaltsbeschreibung | Klappentext:

Phil Straker hat das Städtchen Crick City einst verlassen, um Karriere als Polizist zu machen. Nun kehrt er zurück – gebrandmarkt als Mörder eines Kindes, das er im Dienst unabsichtlich erschoss.

Phil bemerkt schon bald, dass in der Stadt, die er doch zu kennen glaubte, etwas Grauenvolles vorgeht. Auf der Suche nach einem vermissten Mädchen führen ihn die Ermittlungen zu den Creekers – einem abscheulicher Clan, der unter primitivsten Bedingungen in den Wäldern lebt und sich seit Jahrhunderten durch Inzucht vermehrt. Über die Creekers gab es immer mysteriöse Gerüchte, Phil kennt sie nur zu gut: Dämonische Rituale, sexuelle Exzesse, Mord und Kannibalismus. Aber das waren nur harmlose Fantasien …

Kommen wir deswegen auch schon zum wichtigsten Punkt. Creekers wirkte für mich wie ein softer Abklatsch von Bighead. Oder wie die Vorgeschichte in abgeschwächter Form. Wir brauchen nicht lange um festzustellen worum es geht und wieder einmal sehen wir uns mit einer hinterwäldlerischen Stadt und dessen perverse Einwohner (sowie dessen Redneck-Dialekt) konfrontiert. Ich mochte den Hauptprotagonisten allerdings diesmal recht gerne. Man sieht, dass sich Lee durchaus Mühe mit ihm gegeben hat. Phil Straker’s Ansichten und dessen plötzliches Schicksal als er anscheinend ein Kind erschossen haben soll, machten ihn menschlich. Sympathisch.

Dennoch war mir die Geschichte an sich (für mich) schlicht und ergreifend nicht…innovativ genug. Ich meine – ein Top Drogenfahnder wird gelinkt und findet sich deshalb relativ schnell in seinem Heimatdorf wieder, dass mittlerweile von Inzuchtsmutanten überrannt und kontrolliert wird. Dazu haben wir dann noch eine Exfreundin die mittlerweile als Stripperin / Hure arbeitet und bei der er natürlich wieder mit Gefühlen konfrontiert wird. Jaja. Kommt euch das auch so ausgelutscht vor? 

Aber: Die ganze Zeit über hat sich Creekers in einem beschaulichen Rahmen bewegt. Ich würde nicht sagen, dass es überaus spannend aber auch nicht überaus langweilig gewesen ist. Lediglich der Schluss hat mir ganz und gar nicht gefallen. Was soll ich sagen? Viel zu schnell wurden viel zu viele Informationen miteinander vermischt und man kam am Ende einfach gar nicht mehr mit, weil es Schlag auf Schlag passiert. Außerdem hat man sich einen derartigen Ausgang irgendwie überhaupt nicht vorstellen können. Aber so ist der Stil nun mal. Man weiß nie, wo das ganze endet.

Abschließend ist zu sagen, dass Creekers wahrscheinlich als Einsteiger für heftigere Kost bestens geeignet ist. Wir haben hier zwar Horror, Brutalität und Perversion, aber es wirkt an sich überlegter und ‚reifer’ und ist vorerst einfacher zu verkraften. Wegen der konstanten Unterhaltung bekommt Creekers solide 70 %.

 
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Verfasst von - August 28, 2013 in Bücher

 

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Buchrezension: Bighead (Edward Lee)

Ich habe lange überlegt, ob ich die Rezension zu diesem Buch überhaupt veröffentlichen und vor allem wie ich das ganze beschreiben soll, ohne dass mich die Leute im näheren Umfeld angucken, als sei ich geistesgestört. Das Ergebnis, lest ihr jetzt. Und im Vorfeld kann ich sagen: Vergesst was ich über ‚Flesh Gothic’ geschrieben habe. Die Beschreibung ‚kranke Scheiße’ hat Bighead eindeutig mehr verdient.

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 Inhaltsbeschreibung | Klappentext:

 Nachdem sein Großvater gestorben ist, sitzt Bighead ganz alleine  in der Hütte irgendwo im tiefen Wald von Virginia. Als das letzte  Fleisch verzehrt ist, treibt ihn der Hunger hinaus in die »Welt da  draußen«, von der er bisher nur von seinem Opa gehört hat … 

 Wer oder was ist der Bighead? Wieso hat er einen Kopf so groß  wie eine Wassermelone? Ist er ein mutierter Psychopath? Was er  auch immer ist, Bighead ist unterwegs und hinterlässt eine Spur  aus Blut und Grauen. 

 THE BIGHEAD gilt als das »most disturbing book«, das jemals  veröffentlicht wurde. Mancher Schriftsteller wäre über solch eine  Einordnung todunglücklich, doch nicht Edward Lee – er ist stolz  darauf.

Wo soll ich nur anfangen? Das Buch hat einen strengen Faden, den es auch weitestgehend verfolgt; nämlich uns zu schocken. Wir werden mit krankhaften Perversionen jeglicher Art nahezu erschlagen und vor uns tun sich Abgründe der Menschlichkeit auf, an die wir eigentlich nicht haben denken wollen. Nie. Ich habe das Buch ganz durchgelesen, auch wenn es stellenweise echt hart war und ich kämpfen musste. Ich bin abgebrüht – das gebe ich offen und ehrlich zu – aber irgendwann hört es auch bei mir auf. Kontinuierlich wurde versucht, den Ekel und die Boshaftigkeit dieser Materie zu steigern. In meinen Augen ist es aber missglückt. Nicht, weil es nicht eklig war sondern weil es einfach übertrieben wurde und ich als Leser den Eindruck bekam, man wolle einfach alles Vorhandene der menschlichen Grausamkeit in ein Buch quetschen. Eigentlich ist auch genau dies geschehen, denn ich kann mich jetzt nicht erinnern, dass irgendwas ausgelassen wurde.

Bighead’ ist zu einem großen Teil nahezu sinnfrei und für mich waren einfach keine großartigen Spannungsbögen dabei, denn man wusste schlicht und ergreifend immer wie es weiter geht. Die Abfolge war einfach immer die gleiche; zumindestens bei den ‚Bösen’. Man sucht ein Opfer, man findet ein Opfer, man erniedrigt das Opfer und am Ende stirbt das Opfer auf bestialische Art und Weise.

Für mich bewegt sich dieses Buch durch immer wiederkehrende Erwähnungen von „Schwanz, Nippel, Pimmelrotze und Hirn knacken“ (um nur ein paar Beispiele zu nennen) in der literarischen Unterkategorie. Wer tiefgründige Literatur sucht, sollte das Buch hier ganz weit wegschmeißen. Einzig und allein die Einbringung des hinterwäldlerischen Dialektes, der am Anfang gar nicht so einfach zu lesen ist aber dennoch einen Wiedererkennungswert hat, gibt ein wenig Atmosphäre und man fühlt sich gleich wie bei der neuen (und eindeutig härteren) Auskopplung von ‚Wrong Turn’.

Kommen wir zu den Charakteren. Wir haben das Monster, wir haben die beiden grundverschiedenen Mädels die sich (natürlich!) mit Sexproblemen herum ärgern, wir haben die ältere und einsame Dame mit dem gehüteten Geheimnis, wir haben einen Priester und wir haben zwei zurückgebliebene, grausame Hinterwäldler. Und da sind wir auch schon bei dem Punkt, der mich am meisten aufgeregt hat. Was haben diese beiden Trottel für einen Sinn in diesem Buch? Richtig. Gar keinen. Sie sind nur dazu da um Opfer zu erniedrigen und abzuschlachten. Und das einfach immer wieder und es wird nach dem gefühlt 1000’sten Mal einfach langweilig und sie gehen einem regelrecht auf die Nerven!

Ein Lichtblick war dabei der Priester, der gegen sämtliche Normen der christlichen/katholischen Kirche verstößt und uns ein Lächeln auf die Lippen zaubert, weil er flucht und trinkt und raucht und kein Blatt vor den Mund nimmt. Herrlich erfrischend – auch wenn sich die Kirche darüber sicherlich aufregt. [Allerdings glaube ich kaum, dass der Papst dieses Buch jemals in die Finger bekommen wird]

Was mich richtig geärgert hat war allerdings das Ende. Ich werde es jetzt nicht verraten, aber ich habe ziemlich verwirrt auf der Couch gesessen, als ich durch war. ‚Was zur Hölle?’ trifft es da wohl am besten – aber nicht im positiven Sinne. Gen Ende hin wird einfach noch mal alles in den Topf geschmissen und wir wissen irgendwann nicht mehr wo wir stehen.

Ich schließe diese Rezi mit folgenden Worten von der guten Cerid ab, indem ich sage: „Der Typ scheißt sich in die Hand, schmiert es an die Wand und nennt es Kunst!“ In diesem Buch ist das tatsächlich der Fall (und Lee würde es auch sicherlich als Kompliment aufnehmen). 30 % für das Buch von mir. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

 
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Verfasst von - Juli 30, 2013 in Bücher

 

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Buchrezension: Ich hab die Unschuld kotzen sehen (Dirk Bernemann)

Quelle; Amazon.de

 

– Vorweg – Das hier ist einzig und allein meine Meinung. Diese Rezension dient nicht dazu jemanden persönlich anzugreifen oder schlecht zu machen.

 

Aufgrund unseres Umzuges, habe ich ein Buch wiedergefunden, was ich schon vor einigen Jahren mehrfach verschlungen habe. Jetzt habe ich auch die Möglichkeit darüber eine Review zu verfassen. Dirk Bernemann’s Bücher wurden (und werden) häufig als Klassiker der ‚Schwarzen Szene’ abgetan, weil sich der Autor einer sehr radikalen und schonungslosen Ausdrucksweise bedient, die wohl besonders in diesen Reihen Anklang findet. Vielleicht ist es aber auch nur das Klischee, dass diese Vermutung aufkommen lässt. Wie dem auch sei – ob Schwarze Szene oder nicht: Ich mag das Buch und könnte es immer wieder lesen. Woran das liegt? Nun, ich bin ein Fan von sogenannten Tabuthemen und Ekelbüchern. Da bin ich ja bei Dirk Bernemann wunderbar aufgehoben! Worum aber geht es in ‚Ich habe die Unschuld kotzen sehen’?

 

 

„Ein durchgeknallter Junkie, der seine Freundin im Drogenrausch zu Tode prügelt, ein korupter Polizist, der einen Auftragskiller bezahlt, damit dieser seinen eigenen Vater aus dem Weg räumt, eine Nutte die sich vor einen fahrenden Zug wirft… Das alles und noch viele andere Geschichten sind Teil von Dirk Bernemanns Meisterwerk.“

 

© Maya Cheyenne „Forgotten Angel“ auf Amazon.de.

 

 

In diesem Buch ist nichts schön. Wir werden an die Abgründe unserer Gesellschaft geführt. Es handelt sich bei den Kurzgeschichten zwar um fiktive Geschichten über vereinzelte Protagonisten, die aber mitunter aneinander anknüpfen. Und so kommt man gar nicht drum herum – man muss weiterlesen! Meistens lesen wir von Gewalt, Tod, Sex und jeglicher Form von Drogen. Schonungslos gibt dabei meistens jemand den Löffel ab. Viele halten dies nicht für authentisch – ich jedoch denke, dass vieles hinter verschlossenen Türen genau so abgeht. Sicherlich jagt vielen auch der schonungslose Gedanke ‚verfickte Scheiße!’ durch den Kopf, wenn er gerade mit seinem Auto gegen ein anderes Auto prallt. Ich weiß es nicht, denn ich habe es ZUM GLÜCK noch nie erlebt und will es auch nie erleben.

 

MENSCHEN SIND TIERE und genauso schreibt Dirk Bernemann auch. Es soll schockieren bzw. provozieren und es soll uns durchaus bewusst machen, wie grausam die Welt da draußen sein kann und dass es durchaus Leute gibt, dessen Leben ein großer Haufen Scheiße ist. Ja, es ist brutal und manchmal auch sehr vulgär aber zeichnet das nicht mittlerweile viele Menschen aus? Was sehen wir denn beinahe täglich im deutschen Fernsehen, wenn wir gewisse Sender einschalten und kaputte Familien sehen? Es ist im Prinzip genau das gleiche – nur dass uns hier der Mensch direkt und bildlich vorgeführt wird. Er wird in die Kamera gehalten und die Leute vor der Mattscheibe lachen ihn aus. Dirk Bernemann zeigt uns ein Allgemeines (ja ich weiß, ziemlich brutal und schonungsloses) Bild der Gesellschaft und auf einmal lacht keiner mehr. Dafür sollte er keine Kritik erhalten sondern einen Preis, denn wer glaubt  dass vor seiner Haustür ‚Friede-Freude-Eierkuchen’ und heile Welt herrscht, der sollte selbst mal zum Arzt gehen oder öfters die Nachrichten mal einschalten.

 

 

Sicherlich gibt es noch andere Bücher, die ähnlich aufgebaut sind oder dessen Inhalt vom Grundprinzip her der Gleiche ist. Vielleicht gab es sogar Inspirationen – aber ich habe kein Vergleichsmaterial und kann mir also nur aufgrund dieses Buches eine Meinung bilden.

 

 

Ich drücke damit nicht aus, dass ich es gut finde was Menschen in ihrem Leben für Leichen begraben. Ich heiße Drogen in keiner Form gut und ich habe auch kein Verständnis für Menschen, die sich (wie in einer Kurzgeschichte beschrieben) mit Alkohol hinter das Steuer setzen oder jemanden umbringen aber es gibt diese gestörten und kranken Leute auf dieser Welt und davor sollten wir die Augen nicht verschließen.

 

Einziger Minuspunkt dieses Buches sind die Gedichte. Am Ende des Bandes erhalten wir noch ein paar Einblicke in ihre lyrische Kunst des Autor’s, der ich allerdings nicht viel abgewinnen kann. So sehr die Geschichten auf den Punkt getroffen sind, so sehr verwirren mich die Gedichte am Ende.

 

Wer kein Problem mit vulgärer Sprache und keine sensible Nerven hat, der sollte sich dieses Buch zulegen und wenigstens einmal durchlesen. Wenn es auch nicht gefällt – verkauft es doch einfach wieder. Bei mir steht es jedenfalls im Schrank und wird dort auch bleiben!

 

 

 
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Verfasst von - Mai 17, 2013 in Bücher

 

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