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Buchrezension: White Horse (Alex Adams)

20 Jun

048288075-white-horseSpätestens seit Justin Cronin’s „Der Übergang“, bin ich ein totaler Liebhaber von Büchern, in denen die Welt untergeht bzw. untergehen wird. Die Faszination von Epidemien, Apokalypsen und Dystopien finden wir ja bereits in der Filmwelt. Für manche ist es einfacher den Untergang der Welt in Bildern zu sehen, ich hingegen bevorzuge ein gutes Buch (oder ein Hörbuch), in dem ich meine ganz eigene Fantasie noch mit einbringen kann. Bei „White Horse“ fühlte ich mich sofort angesprochen und ich musste das Buch einfach kaufen. Auch hier versuche ich wieder, nicht allzu viel von der Handlung zu verraten.

Das Cover allein war für mich schon Recht ansprechend. Ich mag das Düstere. Durch die einsame Frau (die wir sogleich als Protagonistin ausmachen, da wir ja auch den Klappentext lesen), wirkt das ganze schon einschüchtern, wenn nicht gerade zu beklemmend. Denn wir lesen in den paar Zeilen auf der Rückseite schon viel heraus. Die Frau auf dem Cover ist Zoe. Die Welt wie wir sie kennen ist nicht mehr da und die meisten Menschen sind tot. Jetzt kämpft eine einsame Frau um ihr Leben und das Leben ihres ungeborenen Kindes.

Was sofort auffällt wenn wir die ersten paar Seiten lesen: Es gibt zwei Handlungsstränge. Einmal das JETZT und das DAMALS. Die beiden laufen parallel zueinander. Was damals passiert ist, wird also immer wieder eingeblendet. Wo wir wieder beim Film wären. Ich liebe nämlich Flashbacks, die langsam erklären was passiert ist, anstatt alles vorweg zu nehmen. Und genau so passiert es bei White Horse. Wir bekommen nach und nach einen Einblick, wie alles angefangen hat und wie Zoe’s Leben vorher ausgesehen hat. Womit haben wir es aber genau zu tun?

Wir erfahren die Geschichte der guten Zoe. Sie ist Putzfrau in einem Labor (eines Pharmakonzerns) und eigentlich ziemlich gewöhnlich. Doch dann steht plötzlich ein seltsames Gefäß in ihrem Wohnzimmer und niemand kann sich erklären wie es dort hingekommen ist. Zoe traut sich nicht dieses antike Gefäß zu öffnen, doch jeder der mit ihm in Kontakt kommt stirbt kurze Zeit drauf und eine Epidemie, die einer heftigen Magen-und Darmgrippe gleicht, greift um sich. Nach und nach stirbt beinahe die gesamte Menschheit weg. Auch Zoe verliert Freunde, Familie und geliebte Menschen. Die Krankheit wird ‚White Horse’ genannt. Es erinnert an den ersten Reiter der Apokalypse – dem weißen Schimmel!

Die Welt geht nach und nach zu Grunde. Genau zu dieser Zeit, verliebt sie sich in ihren psychatrischen Therapeuten Nick. Die beiden landen in der Kiste – doch Nick verschwindet am nächsten Morgen um seine Familie zu suchen. Als Zoe erfährt dass sie Schwanger ist, macht auch sie sich auf den Weg um ihre große Liebe wieder zu finden und stößt dabei auf die verschiedensten Menschen. Nicht jeder ist ihr dabei wohlgesonnen!

Für mich ist das Buch erschreckend realistisch, zumindestens was das JETZT angeht. Ich konnte mich sofort in die Charaktere hineinversetzen und das allein macht für mich schon einen guten Handlungsstrang aus. Genau so, stelle ich mir das Verhalten der Menschen bei einer Apokalypse vor. Natürlich werden die Schwachen diejenigen sein, die sich anpassen müssen.

Besonders tragisch finde ich dabei das Schicksal der kleinen Lisa, die Zoe auf ihrem Weg begleitet. Ein kleines Mädchen, dass sich einfach nur nach Liebe sehnt. Sie glaubt, dass sie bei Männern sicher ist und tut alles dafür, dass man sie mag und sie beschützt. Sie gibt zuerst nur ihren Körper aber Stück für Stück ist es auch ihre Seele. Und Zoe versuchte die Menschlichkeit zurück zu bringen. Versucht Lisa daran zu erinnern dass sie mehr ist. Dass sie ein Mensch ist wie jeder andere auch. Und dass sie eben nicht alles mit sich machen lassen muss, um zu überleben.

Wie sage ich doch immer so oft: Menschen sind Tiere und so ist es auch hier. In Situationen wie diesen, kämpft jeder um sein eigenes Überleben und will seinen eigenen Arsch retten. Kann man es verdenken? Man ertappt sich beim Lesen selber dabei, dass man vielleicht auch so gehandelt hätte wenn es um das Überleben geht. Allein diese Tatsache macht das Buch sehr atmosphärisch. Man kann einfach nicht aufhören zu lesen. Man sieht Zoe sofort als Heldin, die immer versucht das Richtige zu tun. Doch was ist das Richtige wenn alles vor die Hunde geht?

Einzig und allein einige Handlungsstränge in der damaligen Zeit, sind ein wenig verwirrend, weswegen dieses Buch auch nicht die volle Bewertung bekommen hat. Nach und nach bricht alles zusammen, aber trotzdem geht die junge Zoe stetig putzen? Irgendwie wirkt es so, als würde das normale Leben weitergehen – solange bis jeder elendig an ‚White Horse’ verreckt. Für diejenigen die sich anstecken, gibt es keine Rettung. Aber auch der Verlauf der Seuche wirft bei mir einige Fragen auf. Ich habe verstanden, dass die Infizierten irgendwann anfangen sich zu übergeben und alles an eine heftige Magen-Darm-Grippe erinnert, doch es scheint ja auch Mutationen zu geben. Die Erklärung ging ziemlich fix und es brauchte einige Momente, bis ich den Zusammenhang kapiert habe.

Nichts desto trotz erhält ‚White Horse‘ von mir 90 % Ich bin gespannt auf die nächsten Teile! Meines Erachtens nach ein Must Have in jedem Bücherregal.

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Verfasst von - Juni 20, 2013 in Bücher

 

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