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Filmreview: Evil Dead (2013)

28 Mai

Vorgestern im Kino, heute geblogged. So schnell kann das gehen. Und ja, ich habe mir diesen Film tatsächlich angetan. Aber auch, weil ich es wirklich wollte und nicht nur einfach mitgegangen bin, weil der Herr der Schöpfung mich drum gebeten hat. Nein, derartige Verschnitte saßen schon genug im Kino. Ja, an den Gesichtern konnte man sehen, dass sie sich eigentlich lieber gern den großen Gatsby angesehen hätten. Wie dem auch sei. Evil Dead ist das Remake des Kultschockers „Tanz der Teufel“ und wurde von den einen herbeigesehnt, von den anderen verflucht. Warum verflucht? Nunja, wir alle wissen ja wie das mit den Remakes auch nach hinten losgehen kann. Das war bei Evil Dead allerdings nur bedingt der Fall. Ich möchte im Vorfeld sagen, bei dieser Meinungsbildung habe ich mich nicht hauptsächlich an dem Vergleich mit dem Original bedient. Das steht mir gar nicht zu, da ich kein Hardcore-Fan bin wie so manch anderer Blogger da draußen.

Worum geht es aber in dem ‚schockierendsten Film, den wir je gesehen haben werden’?

Im Prinzip bedient sich dieser Film an so manch Horrorfilmklischees. Wir haben eine Gruppe von jungen Erwachsenen, die sich bei einer alten, verlassenen Hütte im Wald treffen um ihrer drogensüchtigen und durch den Tod der Mutter traumatisierten Freundin (oder auch Schwester) Mia durch den Drogenentzug zu helfen. Diese Hütte diente schon damals als ‚Erholungsplatz’ und ist so abgeschieden, dass natürlich nur ein Weg in den Wald rein und raus führt. Die Hütte ist bei Ankunft ziemlich abgerockt, dennoch entscheiden sich die lieben Leute, alles fein herzurichten damit Mia auch vernünftig durchdrehen kann. Im Vorfeld einigen sich alle Beteiligten, Mia dieses Mal auf keinen Fall nach Hause zu bringen – komme was wolle. Wie passend! Mia schnüffelt währenddessen in der Wohnung umher und bemerkt einen widerlichen Gestank. Grüppchen sucht und Grüppchen findet natürlich einen Keller voller toter Katzen, indem es auch offensichtlich gebrannt hat. Überall erkennen wir okkulte Zeichen und Symbole und natürlich auch ein mit Stacheldraht umwickeltes Buch aus Menschenhaut, dass natürlich mitgenommen werden muss. Spätestens bei Entdeckung der Katzen hätte ich Mia geschnappt und wäre gefahren. Aber naja. Der Keller wird sauber gemacht während der Nerd der Truppe nicht widerstehen kann und ein Blick ins Buch wirft. Wer hätte das ahnen können? Und obwohl überall in dem Buch verstörende Bilder und Texte zu finden sind (unter anderem wiederholt sich ständig, dass man auf keinen Fall aus diesem Buch vorlesen sollte), ließt Mr. Nerd laut vor und entfesselt damit das unsagbar Böse, dass zuerst von Mia Besitz ergreift.

Wir haben es hier im Film mit einem Dämon zu tun, obwohl man sagen muss dass es zwischendurch doch eher arg an eine schlimme Besessenheit erinnert, weil der Dämon es liebt mit dreckiger Gossensprache um sich zu schmeißen. Dennoch ist der Dämon sehr böse und wir erleben die herrlichsten Gore-Szenen am späten Sonntagabend. In ‚Evil Dead’ ist wirklich alles dabei, was die Gore-Herzen höher schlagen lässt. Nagelpistole, Schrotflinte, Machete, Brecheisen, Glasscherben, eine Baumvergewaltigungsszene, elektrisches Brotschneidemesser – das übliche eben! Meistens ertappen wir die Betroffenen, dass sie sich in feinster Manier selbst zerstümmeln, nachdem der Dämon von ihnen Besitz ergriffen hat. Wenn sie damit fertig sind stürzen sie sich auch gerne auf die anderen Beteiligten. Und so geht das hin und her, bis nur noch Bruder und Schwester übrig sind.

Ich mag es mich – besonders bei solchen Filmen – in ein Kino zu verkriechen und es auf großer Leinwand zu genießen. Ich finde, dass es gerade bei Horror – und Splatterfilmen den Reiz ausmacht. Evil Dead würde ich nicht gerade als Popcornkino bezeichnen, da man schlicht und ergreifend nicht dazu kommt was zu essen, dennoch ist es ein gelungener Film geworden. Ja, das Original ist sicherlich unerreichbar, aber das ist auch gut so. Ich habe schon deutlich schlechtere Remakes gesehen!  Was mich allerdings teilweise echt erstaunt hat gucken lassen, war der Verbrauch an Kunstblut. Wir haben es hier nicht nur einfach mit ekeligen Wunden oder Blutüberströmten Menschen zu tun. Nein, wir haben hier allein einen Blutregen und einen Kettensägenfight am Ende, der sicherlich so einige Liter gekostet hat.

Was ich schade fand, war allerdings die platte Umsetzung der Charaktere. Normalerweise hat man immer einen Liebling dabei, der eigentlich unbedingt bis zum Ende hin überleben sollte (Anm.: So wie es auch beim Original mit ‚Ash‘ war). Das war hier gar nicht der Fall. Ich habe weder mitgelitten, noch habe ich die Charaktere sonderlich ernst nehmen können und das obwohl der Film komplett ernst gehalten war. Ich würde nicht direkt von einer Fehlbesetzung durch die Schauspieler sprechen, aber man hätte da eindeutig mehr raus holen können.

Fazit: Der Film kriegt von mir 80%, weil er mich erschreckt, geekelt, gemindfucked und trotzdem angenehm unterhalten hat. In den 80% sind übrigens allein 10% für Mr. Nerd inbegriffen. Auch wenn er ein Idiot war weil er das ganze erst entfesselt hat, so war er der Held des Abends. Wer so viel wegstecken kann (schaut den Film dann wisst ihr was ich meine) und dennoch so lange überlebt, der hat es verdient eine Extraerwähnung zu bekommen.

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3 Kommentare

Verfasst von - Mai 28, 2013 in Filme

 

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3 Antworten zu “Filmreview: Evil Dead (2013)

  1. Sebastian

    Mai 28, 2013 at 6:03 pm

    Das macht ja Lust auf eine Menge… Geschmadder ,-). Könnte tatsächlich mal ein Remake sein, welches mir auch gefällt. Und danke auch für den Link, den ich eben erst entdeckt habe :-).

     
    • reaperkitty

      Mai 28, 2013 at 7:51 pm

      Huch, danke für den Kommentar und kein Problem. Ich stöbere ja schon eine Weile immer mal wieder auf deinem Blog herum 😉 Also wenn du Gore magst und nicht nach der Logik bei solchen Szenen suchst, dann bist du bei Evil Dead genau richtig. Unterhaltsam ist er alle mal.

       
  2. Lita Lunatic

    Juni 16, 2013 at 12:49 pm

    So, Liebes, da wir uns ja oft denselben Geschmack teilen, muss ich hier jetzt aber leider auch mal meinen Senf zugeben. 😛

    Ich fand den Film absolut scheiße. Also nicht ein wenig, sondern so richtig scheiße. Ich hab den ein paar Tage nach dir geschaut und ich fand den echt so mies, dass ich eingeschlafen bin.

    Total platte Charaktere, unglaublich sinnlose Handlung, viel zu schnelles Erzähltempo und Effekte, die mich seit „The ring“ echt kalt lassen. Ich habe noch nie in meinem Leben SO einen schlechten Film gesehen, und das sagt die Frau, die sich Blairwitch Project nur durch das Loch im Pizzakarton anguckt und nach the Ring 3 Wochen nicht ans Telefon geht.

    Klar, die Geschmäcker sind verschieden…aber 80%? Sonst bin ich so gut wie immer mit dir einer Meinung, aber die Wertung hat der Film mal echt sowas von nicht verdient, in meinen Augen.^^
    Aber interessant, wie unterschiedlich Filme aufgenommen werden können.
    Für mich ist der Film ne absolute Geldverschwendung.

     

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